Samstag, 27. August 2011

first time

Das erste Mal seit langer Zeit lies sie wieder jemand fühlen.

home

Er wusste nicht, dass sie schon immer an der untersten Treppenstufe stand, wenn sie die Motorgeräusche seines Wagen hörte, bereit gleich zur Haustür zu sprinten, wenn er die Klingel drückte.
Es war für sie selbstverständlich dann ihre Arme um seinen Hals zu schlingen und verzückt zu schmunzeln, wenn sie ihn begrüßte.
Das wurde für sie zur Gewohnheit, ein Ritual das sie beide pflegten.

"Hallo meine Liebe"
"Hallo mein Lieber"

Sie würden ihren täglichen Spaziergang einlegen, Hand in Hand bei Wind und Regen.
Sie würden stundenlang bei offenen Fenster über Gott und die Welt reden - an Gesprächsstoff hatte es ihnen noch nie gemangelt.
Und wenn sie schweigen wollten, dann lauschten sie dem Treiben dort draußen bis es dunkel wurde, bis die Motten und Fledermäuse um die Straßenlaterne schwirrten und die kühle Nachtluft sie dazu trieb die Decke um sie beide enger zu ziehen.

-

Irgendwann kam dann der Tag an dem seine Arme steif neben seinem Körper herunterhangen, an dem ihr Schmunzeln verebbte und an dem sein ernster Blick sie erschaudern lies.
An dem ihre plötzliche Verwirrtheit für Unsicherheit sorgte.
An dem ihre Augen nicht mehr offen in seine sahen, sondern verlegen den Boden absuchten; nach einem Fehler, den sie nicht begangen hatte.

"Hallo..."
"...hallo"


Der Tag an dem der Spaziergang und alles darauf Folgende ausfiel - für immer.

Seitdem irrt sie ziellos umher.
Sich jetzt an ihn zu erinnern ist für sie wie nach Hause zu gehen.
Doch womöglich ist es Zeit umzuziehen...


Montag, 20. Juni 2011

a few seconds

Sie tänzelte auf einer Klinge, nah am Abgrund.
Sie wusste nicht ob es richtig wäre den Sprung zu wagen,
ob es richtig wäre nicht mehr mit sich zu ringen.
Sie starrte auf seine Lippen, gebannt von seinem Lächeln.
Nein wahrhaftig, er war nicht perfekt, in keinster Weise. Er war nicht der, den sie sich wünschte.
Doch er konnte ihr genau das geben, was sie sich wünschte.
Und als ihr Atem dann nicht mehr stockte, weil sie wieder versuchte klar zu denken, betäubte sein Parfum ihre Sinne. Sie spürte seine Körperwärme. Und er lies sie erinnern, wie es war geborgen zu sein, sicher zu sein und für kurze Zeit, nur für einige Sekunden frei zu sein.
Ihr Verstand lies sie noch einmal kurz zurückzucken,
doch ihr Herz, ihre geheimen Wünsche siegten, und ihre Lippen berührten sich,
seine Finger vergruben sich in ihren Haaren und sie vergaß, wie es war einsam zu sein.
Wenn auch nur für einige Sekunden.


source unknown

Dienstag, 26. April 2011

in a relationship

Wahrscheinlich wird er mit ihr glücklich.
Wahrscheinlich braucht sie diesen Anstoß um weiter zu leben.
Wahrscheinlich fehlte ihr das um endlich wieder glücklich zu sein.
Wahrscheinlich würde sie auch wieder jemanden finden.
Wahrscheinlich hilft es ihr loszulassen.
Wahrscheinlich hätte es früher oder später dazu kommen müssen.
Wahrscheinlich wird sie dadurch noch stärker.
Wahrscheinlich - ja.
Doch es tut verdammt weh.


Samstag, 16. April 2011

truth

"Wie geht es dir?"
"Gut, danke, und dir?"
Wie gern würde sie wollen, dass er erkennt, dass genau das nicht der Fall ist.
Ihr geht es nicht gut. Schon lange nicht mehr.
"Wie geht es dir?
"Es ging mir schon mal besser, vor ein paar Jahren um genau zu sein, als wir noch glücklich miteinander waren. Erinnerst du dich?"

Ohne Umschweife würde sie ihm alles gestehen.
Dass nur er sie so zum Lachen brachte. Dass nur er ihr zu Hause sein konnte. Dass nur seine Arme ihr Sicherheit gaben. Dass nur sein Lächeln so voller Wärme sein konnte. Dass nur er ihr so viel bedeuten konnte. Dass sie seit geraumer Zeit nur ihn lieben konnte.
Das war die Wahrheit. Nichts als die Wahrheit.
Doch mit der Wahrheit konnten sie noch nie gut umgehen.


Sonntag, 10. April 2011

renewable

Es ist ja nicht so, dass sie sich jemanden wünschen würde.
Der ihr eine Haarsträne aus dem Gesicht streicht.
Der ihr tief in die Augen blickt.
Der ihre Hand hält.
Der sie in den Armen hält während sie schläft.
Der all ihre Launen erträgt.
Der ihre Begeisterung teilt.
Der ihren Egoismus hinnimmt.
Der sie in ihren Entscheidungen unterstützt.
Der all ihre Fehler lieb gewonnen hat.
Der sie besänftigen kann, wenn Wut sie übermannt.
Es ist ja nicht so, dass er sie noch immer begeistert,
mit seiner Wortgewandtheit,
seinen Grübchen


Dienstag, 5. April 2011

the door

In ihren Joggningshosen und ihrem XXL-Shirt wartete sie darauf die Haustür öffnen zu können. Einem Fremden.
Zwei Telefonate und eine Stimme, ein fehlender Körper. Natürlich eine angenehme Stimme, doch was sollte sie erwarten?
Es klingelte. Durch das Glas der Tür sah sie verschwommene Umrisse. Groß, dunkelne Haare, graue Jacke.
Sie öffnete. Und nun sah sie ihn genau. Groß, dunkelne Haare, tiefbraune Augen, markante Wangenknochen, perfekter Körper, perfekt angezogen.
Er starrte in mein starrendes Gesicht und seine Mundwinkel fingen an zu zucken. Oh mein Gott, diese Grübchen.
Ab heute war Mathe mein Lieblingsfach.